Aeham Ahmad

Als „Pianist in den Trümmern“ wurde Aeham Ahmad 2015 weltweit bekannt. Während des syrischen Bürgerkriegs spielte und sang er in den zerstörten Straßen von Jarmuk, einem Stadtteil von Damaskus, für die Menschen dort, um ihnen ein wenig Lebensfreude, Hoffnung und Zuversicht zu schenken. So lange, bis IS-Dschihadisten sein Klavier verbrannten.

Aeham Ahmad, 1988 in Jarmuk geboren, spielt Klavier, seit er fünf Jahre alt war. Von 2006 bis 2011 studierte er an der Musikalischen Fakultät der Barth-Universität im syrischen Homs, die er als einer von 270 ausgewählten Studenten absolvierte. Doch als Syrischer-Palästinenser hat er den Status eines Staatenlosen und konnte nicht wie seine syrischen Kommilitonen nach Russland, Frankreich oder Deutschland für weiterführende Studien gehen. Aeham Ahmad, verheiratet und Vater zweier Söhne, blieb in Jarmuk und spielte gegen Krieg und Terror.

Aeham_820x312Nachdem sein Klavier verbrannt war, flüchtete er wie viele Menschen aus seiner Heimat auf dem Landweg in die Türkei und erreichte per Schlauchboot von der türkischen Küste aus eine kleine griechische Insel. Über die Balkanroute kam Aeham Ahmad im September 2015 Deutschland; seine Familie musste er zurücklassen. Nach der Unterbringung in unterschiedlichen Flüchtlingsunterkünften erreichte er Wiesbaden und startete von dort seine Musikerkarriere.

Mittlerweile hat Aeham unzählige Konzerte gegeben, in Berlin und Bonn, Köln und Stuttgart, Mailand und Paris. Er begeistert die Zuschauer mit der Intensität seiner Lieder und der Virtuosität seines Klavierspiels. Neben Stücken von Beethoven und Mozart trägt er vor allem eigene Kompositionen vor: fröhliche, traurigen Lieder gegen Hunger und Gewalt. In München trat er zusammen mit den Sportfreunden Stiller, Judith Holofernes und Herbert Grönemeyer beim „Stars-sagen-Danke-Konzert“ für Flüchtlingshelfer auf.

Im Dezember 2015 wurde ihm der Internationale Beethovenpreis für Menschenrechte in Anwesenheit der Pianistin Martha Argerich in der Bundeskunsthalle Bonn verliehen.

Erfahren Sie mehr über Aeham Ahmad: Dokumentation auf n-tv.